Tags: Bluthochdruck, Hypertonie, Gesundheit

BP graphimage

Als die AOK im Jahre 2014 so mir nichts dir nichts den grundsätzlichen Normwert des Blutdrucks nach fast zwei Jahrhunderten einfach mal um 10 Punkte nach oben korrigierte mit der Begründung, dass dies einfach die bessere Norm der heutigen Zeit ist, freute ich mich mit meiner Hypertonie grundsätzlich, aber begann auch zu zweifeln, ob mir das persönlich helfen sollte mein Hirnschlag- und Herzinfarkt-Risiko zu reduzieren. Da es in meiner Familiengeschichte bereits zu schweren Herzproblemen kam (jeweils Hirnschläge bei Mutter und bei meinem 48-jährigen Vater 1982 leider mit direkter Todesfolge), möchte ich natürlich dieses Schicksal vermeiden. Neben den erblichen Risikofaktoren kommen bei mir hoher Stress, ab und an Alkohol, suboptimale Ernährung, zu wenig Bewegung und inzwischen auch ein leichtes Übergewicht (87 kg bei 180 cm) dazu. Das ich Bluthochdruck habe, weiß ich schon relativ lange, aber erst als wir letztes Jahr in der Firma eine Augenhintergrund Messung hatten, bekam ich schwarz auf weiß bestätigt, dass es schon zu messbaren Auswirkungen meines Bluthochdrucks gekommen ist (Fundus hypertonicus). Selbst diese alarmierende Messung hat mich noch nicht genug dazu bewegt deswegen zum Arzt zu gehen (bzw. ich habe mal kurz wegen möglichen Medikamenten nachgefragt und Ramipril ohne weitere Untersuchungen verschrieben bekommen – mit Pharma drauf hauen – mehr Beratung ist leider kaum noch drinnen bei unseren Ärzten auf Grund der wenigen Zeit die sie sich für die Pateinten nehmen) und ich versuche jetzt mit diesem Blog beginnend, meinen Weg zu beschreiben, wie ich ohne Medikamente aus dieser Bluthochdruck-Situation heraus komme. Schließlich zählt Hypertonie zu einem der sieben psychosomatischen Krankheiten (Holy Seven), an welchem sich die Schulmedizin sich ja bekanntermaßen die Zähne dran ausbeißt.

Beginnen möchte ich mit ein paar Statistiken, damit ich hier das Risiko richtig einschätzen kann. Dazu bediene ich mich einem Absatz aus Wikipedia bzw. Teile auf der dort hingewiesenen Metastudie aus Chicago, welche ich mir im Folgenden mal genauer angesehen habe.

The Chicago Heart Association Detection Project in Industry Study

Background Isolated systolic hypertension (ISH), defined as systolic blood pressure (SBP) ≥140 mm Hg and diastolic blood pressure (DBP) <90 mm Hg, in younger and middle-aged adults is increasing in prevalence.

Objective The aim of this study was to assess the risk for cardiovascular disease (CVD) with ISH in younger and middle-aged adults.

Methods CVD risks were explored in 15,868 men and 11,213 women 18 to 49 years of age (mean age 34 years) at baseline, 85% non-Hispanic white, free of coronary heart disease (CHD) and antihypertensive therapy, from the Chicago Heart Association Detection Project in Industry study. Participant classifications were as follows: 1) optimal-normal blood pressure (BP) (SBP <130 mm Hg and DBP <85 mm Hg); 2) high-normal BP (130 to 139/85 to 89 mm Hg); 3) ISH; 4) isolated diastolic hypertension (SBP <140 mm Hg and DBP ≥90 mm Hg); and 5) systolic diastolic hypertension (SBP ≥140 mm Hg and DBP ≥90 mm Hg).

Results During a 31-year average follow-up period (842,600 person-years), there were 1,728 deaths from CVD, 1,168 from CHD, and 223 from stroke. Cox proportional hazards models were adjusted for age, race, education, body mass index, current smoking, total cholesterol, and diabetes. In men, with optimal-normal BP as the reference stratum, hazard ratios for CVD and CHD mortality risk for those with ISH were 1.23 (95% confidence interval [CI]: 1.03 to 1.46) and 1.28 (95% CI: 1.04 to 1.58), respectively. ISH risks were similar to those with high-normal BP and less than those associated with isolated diastolic hypertension and systolic diastolic hypertension. In women with ISH, hazard ratios for CVD and CHD mortality risk were 1.55 (95% CI: 1.18 to 2.05) and 2.12 (95% CI: 1.49 to 3.01), respectively. ISH risks were higher than in those with high-normal BP or isolated diastolic hypertension and less than those associated with systolic diastolic hypertension.

Conclusions Over long-term follow-up, younger and middle-aged adults with ISH had higher relative risk for CVD and CHD mortality than those with optimal-normal BP.

 

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Abb. 3 Die Grafik zeigt die Sterblichkeitsrate für der verschiedenen Bluthochdruck-Grade je nach Alter und Geschlecht.

Damit mein Kopf auch endlich versteht, dass ich mit meinem Bluthochdruck nicht weiter so sorglos umgehen kann, habe ich genau diese Grafik von der Studie benötigt. Sie zeigt die verschiedenen Schweregrade von Bluthochdruck von optimal-normal über high-normal, ISH, IDH und am höchsten SDE. Ich selber liege aktuell bei IDH (~ 145 / 100) und über 40 was bedueten würde, dass ich eine Sterblichkeitswahrscheinlichkeit von über 20% hätte. Das ist nicht so ganz lustig und  da muss ich gleich mal noch etwas relativieren.

Study Limitations

First, BP values were only from baseline measurements in the supine position, with the possibility of misclassification and regression-dilution bias. DBP is especially affected by body posture, though the influence of the supine position on BP is heterogeneous.[35,36] In addition, we could not assess the impact of BP changes and use of antihypertensive medication during follow-up. In aggregate, these factors would tend to underestimate the true association between BP and CVD risk.

Second, participants from the CHA study were recruited between 1967 and 1973, before the onset of the obesity epidemic, so the results do not illuminate the impact of that epidemic on BP and BP-related risks.

Third, because the follow-up duration of the present study is very long, competing effects of non-CVD deaths may be significant.

Fourth, the covariate set used in the present study was limited, and residual confounding (e.g., socioeconomic status, diet, alcohol intake, and psychological factors)[2,37–39] may exist.

Finally, our sample consisted largely of non-Hispanic white participants, so our findings may or may not be generalizable to other racial/ethnic groups.

Tja – die helfen mir auch nicht wirklich weiter, weswegen es jetzt meinem Bluthochdruck an den Kragen gehen muss. Meine eigenen Messungen sind eigentlich relativ genau und sorgfältig durchgeführt und meine Erfahrung mit Messungen bestätigt mir, dass ich tatsächlich eine kritische Hypertonie erreicht habe die es nun umzukehren gilt. Selbst wenn ich jetzt noch ein permanent messendes Gerät anschaffen würde, werde ich vermutlich nur noch mehr bestätigt bekommen wie hoch mein Blutdruck inzwischen gestiegen ist. Nichtsdestotroz

 

, glaube keiner Statistik die Du nicht selbst verfälscht hast. weil ich mich eigentlich schon immer strikt gegenjegliche Art von Medikamenten zur Wehr gesetzt habe und fest an die Selbstheilungskräfte unseres hochkomplexen und spannenden Körpers glaube.

Geschichte der Blutdruckmessung

Das Blut grundsätzlich zirkuliert wurde von Harvey 1628 festgestellt und Hales zeigte erst ein Jahrhundert später im Jahre 1733 erstmalig eine Blutdruckmessung. Die apparative Blutdruckmessung wurde erstmals nochmal mehr als hundert Jahre später in Italien von dem Kinderarzt Riva-Rocci (1863-1937) durchgeführt. Heinrich von Recklinghausen (1867-1943) entwickelte das Gerät weiter und ersetzte den quecksilbergefüllten Apparat durch ein uhrenförmiges Druckmanometer. Bei großen Operationen kann der Blutdruck auch direkt über einen arteriellen Zugang (blutig) gemessen werden. Diese invasive Methode gibt sehr genaue und ständige Werte an. Bis zum Jahr 2015 sind nicht wirklich neue Messmethoden etabliert und wir warten auf einen Durchbruch im Bereich der Sensorik, welche es früher oder später ermöglicht ohne Luftdruck oder blutiger Messung den Blutdruck permanent mit relativer Genauigkeit zu messen und somit bei unnormale Veränderungen rechtzeitig zu alarmieren. Vielversprechendes passiert im Bereich von Industrie 4.0 oder Internet der Dinge (IoT) im speziellen genannt Wearables, Hearables, welche diverse Vitalparameter schon relativ genau messen und man versucht mit mathematischen Modellen (u.a. auch mit Hilfe von machine learning) den wichtigsten Vitalparametern auf die Spur zu kommen. Beim Thema permanenter Blutdruckmessung ist man immer noch auf sich aufblasende Messgeräte um den Arm angewiesen, welche aber immerhin inzwischen via Bluetooth die Daten direkt auf das Smartphone und damit theoretisch überall hin übertragen können. Ansonsten hat man immer noch das Problem, dass die heutigen Langzeitblutdruckmessgeräte, welche man von Ärzten bekommt, permanent ausgeliehen sind und man lange Wartezeiten in Kauf nehmen muss, wenn man nur mal eine Woche seinen Blutdruck sauber vermessen möchte.

1 Kommentar

  • Volker Leitzgen said

    Update Juni 2018: Mit Yoga und viel Entspannung konnte ich den Blutdruck bereits 2016 wieder deutlich nach unten in den gelb/grünen Bereich bewegen, aber erst mit der Akzeptanz, dass die Schilddrüse nicht mehr so tickt wie sie sollte, konnte ich zusätzlich mit Hilfe eines Schilddrüsen Ersatzstoffes (ja, leider habe ich hier gezielt zur Schulmedizin greifen müssen - ich arbeite aber daran raus zu finden, wie man die Schilddrüse wieder 100% zum Arbeiten mit Hilfe von Yoga und Selbstheilung überreden kann ;-)) inzwischen den Blutdruck wieder in den (fast) grünen Bereich bewegen (85-100 und 130 -140). Ich bleibe weiter dran und habe das Ziel wieder dauerhaft unter 90 und unter 140 zu liegen. Im Urlaub erreiche ich diese Werte schon wieder locker. Muss mir zu denken geben, weil auch Arbeitszeit keinesfalls zu hohem Blutdruck führen darf....

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